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Ein zentraler Arbeitsbereich des Instituts PERIPHERIE
ist Gender Mainstreaming ("GM"). GM ist das politische
Konzept der Europäischen Union zur Herstellung von Chancengleichheit
für Frauen und Männer und zur Erreichung des Ziels der
Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Bereichen unseres Lebens
(z.B.: Arbeitsmarkt, Gesundheit, Bildung).
Die Europäische Union definiert GM als eine Querschnittaufgabe:
Dem Konzept liegt die Einsicht zugrunde, dass sich Gleichstellungsaktivitäten
nicht nur auf Sondermaßnahmen beschränken dürfen,
sondern die Einbindung der Chancengleichheit in sämtliche politische
Aktionsfelder zu sichern ist. Denn auch scheinbar geschlechtsneutrale
Entscheidungen können unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen
und Männer haben. Diese gilt es zu untersuchen, zu bewerten
und zu verbessern.
GM bedeutet, eine geschlechtssensible Perspektive in alle Aktivitäten
und Maßnahmen zu integrieren und alle Vorhaben und Maßnahmen
auf ihre geschlechtsspezifische Wirkung zu überprüfen.
Dabei wird von der Tatsache ausgegangen, dass das Geschlechterverhältnis
in unserer Gesellschaft ein Ungleichheitsverhältnis ist, dessen
Ursachen sozial und kulturell erzeugt sind.
GM bedeutet, dass alle Maßnahmen so gestaltet werden, dass
sie die Chancengleichheit von Frauen und Männern fördern.
GM ersetzt keineswegs spezifische Maßnahmen zur konkreten
Förderung von Frauen (z.B. Programme zur Unterstützung
des Wiedereinstiegs von Frauen in den Beruf nach der Familienphase)
- gerade der doppelte Ansatz (Frauenförderung und GM) ist zur
Erreichung des Ziels unerlässlich.
Bei der konkreten Umsetzung von GM sind mehrere Arbeitsschritte
notwendig:
- Analyse des Ist-Zustands (in einem zuvor definierten Bereich):
Auswertung vorhandener Daten, Erhebung weiterer relevanter Daten,
Entwicklung neuer Datenerhebungsinstrumente und Indikatoren, Untersuchung
von Ursache-Wirkungszusammenhängen u. ä.
- Definition der Ziele im Sinne des GM
- Entwicklung von Maßnahmen und Strategien zur Veränderung
des Ist-Zustands und Festlegung von Indikatoren zur Bewertung
- Kontrolle der zur Zielerreichung gesetzten Maßnahmen und
Strategien (Evaluation, Monitoring, Vergleich von Best-Practice
Modellen, Benchmarking) und ev. Optimierung der Maßnahmen
und Strategien (Prozess- und Wirkungsanalyse)
- bei Bedarf: erneute Untersuchungen, Festlegung neuer Zielbereiche
Der Arbeitsbereich GM bei PERIPHERIE
umfasst die Entwicklung und Implementierung von Projekten, Maßnahmen
und Konzepten. Darüber hinaus ist GM auch ein Forschungsfeld,
da GM noch immer ein recht vages und daher noch zu definierendes
Konzept ist. PERIPHERIE betreibt deshalb
auch Grundlagenforschung zu GM und versucht durch die Anbindung
der praktischen Erfahrungen an die Forschungsarbeit Theorie und
Praxis zu verbinden und einen Beitrag zur Ausgestaltung des Konzepts
zu leisten.
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